Deinen weiblichen Zyklus verstehen mit Basaltemperatur, Zykluskurve und TCM

Der weibliche Zyklus ist viel mehr als „nur“ die Zeit zwischen zwei Blutungen. Er ist ein fein abgestimmtes Zusammenspiel von Hormonen, Basaltemperatur, Energieveränderungen, Emotionen und körperlichen Zeichen. Wenn du lernst, deinen Zyklus zu beobachten – z. B. mit einer Zykluskurve in deinem Kalender – bekommst du ein wertvolles Werkzeug an die Hand: Du erkennst die Länge und Regelmäßigkeit deines Zyklus, deinen Eisprung, deine fruchtbaren Tage, mögliche zyklusabhängige Beschwerden und viele Hinweise auf deine Gesundheit.

In diesem Blogartikel erfährst du:

  • wie du deine Basaltemperatur richtig misst

  • wie du eine Zykluskurve führst

  • wann der Eisprung stattfindet

  • wie du deine fruchtbaren Tage erkennst

  • was typische Pathologien sind – aus westlicher Sicht und aus Sicht der TCM

  • wie du mit diesem Wissen achtsam und selbstbestimmt durch deinen Zyklus gehst

1. Basaltemperatur messen – so geht’s

Die Basaltemperatur (Aufwachtemperatur) ist die niedrigste Körpertemperatur des Tages.

So misst du korrekt:

  • Direkt nach dem Aufwachen, noch im Liegen, bevor du aufstehst oder sprichst.

  • Jeden Tag möglichst zur gleichen Uhrzeit, +/- 30 Minuten.

  • Mit einem Basalthermometer.

  • Oral, vaginal oder rektal – aber immer auf die gleiche Weise.

Warum das wichtig ist:

Nach dem Eisprung steigt die Temperatur durch das Hormon Progesteron um ca. 0,2–0,5 °C an. Diesen Anstieg kannst du in deiner Kurve gut erkennen.

2. Deine Zykluskurve – was du einträgst

In deinem Zyklus-Tagebuch kannst du täglich eintragen:

  • Basaltemperatur

  • Zervixschleim (kristallklar/spinnbar = fruchtbar; cremig/dick = weniger fruchtbar)

  • Blutung (Stärke, Farbe, Klumpen, etc.)

  • Stimmung & Energie

  • körperliche Zeichen und Beobachtungen (Brustspannen, Mittelschmerz, Haut, Verdauung)

  • optional: Schlaf, Stress, Ernährung

So entsteht ein persönliches Profil deines Zyklus, das dir hilft, Muster zu erkennen.

3. Wann findet der Eisprung statt?

Westlich-medizinisch:

  • Der Eisprung findet bei einem 28-Tage-Zyklus meist um Tag 14 statt.

  • Tatsächlich ist er aber abhängig von der Länge deiner Follikelphase und kann zwischen Tag 10 und 20 variieren.

  • Typische Anzeichen:

    • klarer, spinnbarer Zervixschleim

    • leichter Schmerz im Unterbauch (Mittelschmerz)

    • ein Temperaturanstieg nach dem Eisprung

    • Anstieg des Libido-Gefühls

Wichtig: Die Temperatur zeigt erst im Nachhinein, dass der Eisprung stattgefunden hat.

4. Fruchtbare Tage erkennen

Du bist am fruchtbarsten:

  • 3 Tage vor dem Eisprung

  • am Eisprungtag

  • und ca. 24 Stunden danach

Der Körper zeigt dir Fruchtbarkeit durch:

  • besonders spinnbaren Zervixschleim

  • gesteigerte Lebensfreude & Energie

  • manchmal geruchliche oder emotionale Veränderungen

  • in der TCM: eine spürbare Yang-Bewegung im Körper

5. Was dir die Zykluskurve über deine Gesundheit verrät – WESTLICH

Typische Muster & was sie bedeuten können:

1) Sehr unregelmäßige Zyklen

Mögliche Ursachen:

  • Stress, Schlafmangel

  • Schilddrüsenprobleme

  • PCOS

  • Untergewicht oder starke Gewichtsschwankungen

2) Kein Temperaturanstieg / kein Eisprung

Kann hinweisen auf:

  • anovulatorische Zyklen (kein Eisprung)

  • hormonelle Dysbalancen

  • Stillzeit

  • starke Belastung oder Krankheit

3) Niedrige zweite Zyklushälfte

Hinweis auf:

  • Progesteronmangel

  • Gelbkörperschwäche

4) Sehr kurze oder sehr lange Zyklen

  • < 24 Tage: verkürzte Follikelphase, Stressreaktion

  • > 35 Tage: PCOS oder Verzögerung des Eisprungs

6. Typische TCM-Muster rund um den Zyklus

In der TCM zeigen sich Zyklusbeschwerden als bestimmte Muster, die etwas über den energetischen Zustand deines Körpers verraten:

  • Leber-Qi-Stagnation: PMS, Brustspannen, Stimmungsschwankungen, unregelmäßiger Zyklus.

  • Blut-Mangel: schwache oder sehr helle Blutung, Müdigkeit, Schwindel.

  • Blut-Stase: starke, krampfartige oder stechende Schmerzen, dunkles/klumpiges Blut.

  • Yin-Mangel: trockener Zervixschleim, Nachtschweiß, leichte Temperaturspitzen.

  • Yang-Mangel: kalte Füße, niedrige Basaltemperatur, lange Zyklen.

  • Feuchte Hitze: gelblicher Ausfluss, Zysten-Neigung, schmerzhafte oder entzündliche Muster.

Kurz gesagt: Die Zykluskurve zeigt nicht nur Fruchtbarkeit an – sie spiegelt auch Yin, Yang, Qi und Blut wider. Kleine Unregelmäßigkeiten in Temperatur, Schleim oder Rhythmus können Hinweise darauf geben, welche TCM-Muster gerade aktiv sind.


7. Wie du mit Zykluswissen achtsam leben kannst

  • Phase der Menstruation (Yin/Blut): Ruhe, Wärme, sanfte Ernährung.

  • Follikelphase (aufsteigendes Yin): Neubeginn, Klarheit, stärkere mentale Energie.

  • Eisprungphase (Yang-Spitze): Kreativität, Kontaktfreude, Vitalität.

  • Lutealphase (absteigendes Yang): Rückzug, Erdung, Struktur, Ernährung für Körper & Nerven.

Wenn du deinen Zyklus verstehst, kannst du deine Ernährung, Bewegung und deine Selbstfürsorge viel besser auf dich abstimmen.

8. Fazit

Dein Zyklus ist ein natürlicher Kompass. Die Kombination aus Temperaturtracking, Beobachtungen von Zervixschleim und der energetischen Sicht der TCM gibt dir ein kraftvolles Werkzeug an die Hand, um:

  • deinen Körper besser zu verstehen

  • Fruchtbarkeit oder Verhütung bewusst zu gestalten

  • Beschwerden früh zu erkennen

  • deine Gesundheit langfristig zu unterstützen

Wenn du möchtest, können wir gemeinsam deine persönliche Zykluskurve anschauen und aus westlicher & TCM-Sicht interpretieren – sprich mich einfach an!


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